© Michael Lenz
3. Juni 2019
20:00 Uhr
Eintritt frei

Auftaktveranstaltung Café Europa: „Europäische Aufklärung und französische Revolution“ mit Rainer FORST und Daniel COHN-BENDIT

Romanfabrik, Hanauer Landstraße 186 (Hof), 60314 Francfort
3. Juni 2019
20:00 Uhr
Eintritt frei

Emmanuel Kant sah die Französische Revolution als „Geschichtszeichen“ dafür, dass die Aufklärung praktisch werden könnte. Der „Ausgang aus selbst verschuldeter Unmündigkeit“, das Abwerfen feudaler sozio-ökonomischer Fesseln und ideologischer Verblendung sollte durch die kollektive emanzipatorische Tat der Selbstbefreiung realisiert werden. Dieses Ideal prägte das politische Denken Europas auch dort, wo es hinterfragt wurde.

Heute gilt es, sich dieses Ideals kritisch zu versichern. Leben wir noch in einer Zeit der Aufklärung, wie Kant meinte, wenn auch nicht in einer aufgeklärten Zeit? Welche Bedeutung hat das erwähnte Ideal in einem Europa, das einerseits von einem wiedererstarkten Nationalismus gekennzeichnet ist und sich andererseits globalen Herausforderungen emanzipatorischer Politik gegenüber sieht, für deren Bewältigung die Institutionen zu fehlen scheinen? Welchen Ort hat heute eine Politik der Befreiung?

Diese spannenden Fragen werden am 3. Juni mit den zwei Experten Rainer Forst und Daniel Cohn-Bendit diskutiert

Die Veranstaltung eröffnet die Serie „Café Europa“, eine neue gemeinsame Veranstaltungsreihe der Romanfabrik und ihrem Leiter Michael Hohmann und des Institut Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (an der Goethe-Universität) und seinem Leiter Pierre Monnet.

Die Referenten:

Rainer Forst, geb. 1964, ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Co-Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ und Co-Direktor der Kollegforschergruppe „Justitia Amplificata“. Zudem hat er eine Forschungsprofessur am Wissenschaftszentrum Berlin inne. Seine Forschungen konzentrieren sich auf Fragen der Gerechtigkeit, Demokratie und Toleranz sowie der Kritischen Theorie und der praktischen Vernunft in der Tradition Kants. Im Jahre 2012 verlieh ihm die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis.

Daniel Cohn-Bendit: In seiner Jugend führender Vertreter der Studentenproteste der späten 60er Jahre in Frankreich und Deutschland. In den 1980er Jahren trat er der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei. Er erwarb 2015 die französische Staatsangehörigkeit nach dem als deutscher Staatsangehöriger, einen Teil seiner Kindheit in Frankreich verbracht hatte.  Er wurde zum Mitglied des Stadtrats von Frankfurt gewählt.

Zwischen 1994 und 2014 war er Mitglied des Europäischen Parlaments.

Er erhielt im Jahre 1998 den Preis „Révélation politique“ (Auszeichnung für besondere politische Verdienste verliehen von Trombinoscope).

Die Veranstaltungsreihe Café Europa:

Mehrmals im Jahr halten kluge Köpfe Kurzvorträge darüber, was Europa ausmacht. Europa ist vielschichtig, nicht auf einen einfachen Nenner zu bringen, Europa hat geschichtliche, kulturelle, politische, juristische, sprachliche, religiöse und philosophische Dimensionen, deren Pluralität und Multiperspektivität beleuchtet werden müssen. Nach einer kurzen Einführung der Gäste wird eine reichhaltige und offene Diskussion mit dem Publikum eröffnet. Diese Veranstaltungsreihe entstand auf der Basis einer Kooperation zwischen der Romanfabrik und des Institut Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (an der Goethe-Universität).Sie soll eine Begegnung zwischen Wissenschaft und Politik, Vortrag und Diskussion, Austausch mit Bürgern und Stadtpublikum erlauben.

Café Europa wird gefördert durch die Stadt Frankfurt, das Land Hessen, den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und das IFRA-SHS.

 

Eintritt frei

Um Anmeldung zur Diskussion wird gebeten unter 069-4940902 oder reservierung@romanfabrik.de.

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