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30. Mai
2. Juni 2019

Beginn: 14:00 Uhr  |  End: 18:00 Uhr

50. Jahreskongress der SHMESP am IFRA-SHS Frankfurt: „Die Stimme im Mittelalter“

30. Mai
2. Juni 2019

Beginn: 14:00 Uhr  |  End: 18:00 Uhr

Zwanzig Jahre nach dem Kongress des französischen Mediävistenverbandes in Göttingen im Jahr 1999 zum Thema „Der Fremde im Mittelalter“, empfängt das Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales Frankfurt (IFRA-SHS) den Jahreskongress der SHMESP für ihr 50jähriges Jubiläum.

Das Thema des Kongresses lautet „Die Stimme im Mittelalter“. Es trägt einer den Problematiken von Mündlichkeit und dem Dialog mit der Musik, Archäologie und Literatur geöffneten mittelalterlichen Geschichte Rechnung.

Das Thema, das es nicht zu verwechseln gilt mit dem Lärm oder dem Geräusch sowie der Musik an sich, ebenso wenig wie mit dem gesprochenen Wort (auch wenn die Stimme einige dieser Aspekte hervorzurufen vermag), deckt alle Formen und Facetten stimmlicher Mündlichkeit ab – zwangsläufig auch im Spannungsfeld mit ihrer Verschriftung. Es beinhaltet zudem die Gesamtheit aller Dimension und Situationen, die Gesang, deklamierte Poesie, Spiel, Predigten und das Predigen, das Bekanntmachen des Wortes einer Autorität usw. einschließen, aber auch Dimensionen und Situationen erlittener oder gewählter Stille – gewählt oder erlitten etwa von Mönchen und Einsiedlern, von Gotteslästerern und zum Entfernen ihrer Zunge Verurteilten, von Wundergeheilten, die ihre Sprache wiederfinden, oder von Stummen und Gehörlosen. All diese Aspekte lassen zudem ein auf geschlechterhistorische Fragestellungen ausgerichtetes Verständnis zu. Indem es die Untersuchung der Träger und Inhalte der Stimme verbindet, verlangt das Thema nach Ansätzen, die die Disziplinen und Methoden der Geschichte, Anthropologie, Musikologie, Linguistik, Literatur, Architektur, der Kunst und der Archäologie verflechten. Ebenso ist es von größter Wichtigkeit die Untersuchungen und Fragen nicht von den Räumen und materiellen Mitteln, Vorrichtungen und Instrumenten zu lösen, die zum Hören, Verstärken oder Begrenzen von Stimme bestimmt sind. Dabei wird darauf Acht gegeben, den physischen Ansatz der Stimme nicht aus der Untersuchung auszuschließen. Dieser stellt sich insofern bereits als in sich komplex dar, als es kein der Stimme oder dem Gesang eigenes Organ gibt. Vielmehr setzen die damit verbundenen Prozesse gleichsam den Verdauungsapparat – Larynx, Zunge, Zähne, Mund, usw. –, den respiratorischen Apparat – Nase, Lungen, Thorax – den auditiven Apparat sowie zuletzt die Mechanismen des Fühlens in Bewegung. Nun ist allerdings bekannt, dass das Mittelalter Erklärungen und Vorstellungen zur Physik und Physiologie der Stimme geschaffen hat, in denen die Seele und der Körper eng miteinander verbunden sind (ist die Stimme nicht im Übrigen genau der „Ort“ an dem sich diese beiden besonders artikulieren?) und die einer Werteskala der fünf Sinne folgen, in der sich das Hören dem Sehen als direkt nachgeordnet wiederfindet.

Die 22 im Programm vorgesehenen Vorträge stellen sich um drei große Achsen auf: Stimme produzieren, reproduzieren und niederschreiben (Stimme zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit); Stimme und Macht (Stimme zwischen Ordnung und Unordnung); Stimme kontrollieren und modulieren (Stimme zwischen Gesang und Stille).

Freier Eintritt zum wissenschaftlichen Teil der Tagung, Donnerstag den 30.05.2019 von 14.00 bis 18.30 Uhr und Freitag den 31.05.2019 von 09.00 bis 17.45 Uhr, Hörsaalzentrum 10 der Goethe-Universität, Campus Westend, und am Samstag den 01.06.2019 von 09.30 bis 17.00 Uhr, im Auditorium des PA Gebäudes der Goethe-Universität, Campus Westend.

Der Kongress wird finanziell von der französischen Botschaft in Berlin, der École des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris, der Goethe-Universität und der Stiftung von Förderern und Freunden der Goethe-Universität in Frankfurt unterstützt.

Mehr Infos: http://www.ifra-frankfurt.de/de/termin/akademischer-kalender/50-jahresko...

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